Sehr geehrte Damen und Herren,

oft hören wir von großen Heldengeschichten und ruhmreichen Taten. Wir hören von außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die durch mutiges Handeln grundlegend Dinge verändert haben. Viele kleine Alltagsgeschichten, die kaum den Weg in die Presse finden, gründen auf ähnlich ruhmreichen Taten und haben die Kraft Leben zu verändern - im Kleinen und doch mit großer Tragweite für die Beteiligten. Eine solche Geschichte möchten wir Ihnen gerne erzählen.

Über die Sozialkompetenz aus dem Freundeskreis unserer Kinder gibt es immer wieder erstaunliche Geschichten. Wir haben öfter einmal volles Haus und dann wird am liebsten mit vernetzten Smartphones gezockt was das Zeug hält. Um die Jungs anzuregen, sich mal anders zu unterhalten, haben wir mit ihnen gemeinsam die Geschichte "How to save a live*" in unsere Realität übersetzt. Sie zeigt einmal mehr, wie viel Großes schon in den Kleinsten und im Kleinen steckt:

Freitagnachmittag. Die Schule war aus und Lukas ging nach Hause. Philip besuchte Lukas' Schule noch nicht lange und so kannte Lukas ihn kaum, als er da so ein paar Meter vor ihm ging und sich mit einem Stapel Bücher abschleppte. In der Regel ließen Jungen wie Lukas Schulbücher übers Wochenende im Schulspind - außer vielleicht mal eins, höchstens zwei um ein wenig zu lernen (meistens Latein). Warum schleppt jemand so viele Bücher mit nach Hause? Lukas hielt ihn für einen Streber, einen Nerd. Eigentlich war er ihm egal. Gerade als Lukas in die nächste Straße abbiegen wollte, kamen ein paar Kinder auf Philip zu. Sie schubsten Philip so, dass ihm die Bücher aus der Hand fielen. Die Kinder machten sich über Philip lustig und gingen weiter.

Philip sah Lukas mit seinen traurigen Augen direkt an. Das ging Lukas zu Herzen. Er lief zu ihm und half ihm, die Bücher einzusammeln. Er gab sie Philip und sagte, dass diese Kinder doch nur Vollidioten seien. Philip schaute Lukas dankbar und etwas überrascht an. "Danke!" Philip lächelte. Es war ein kleines Lächeln. Ein kleines Lächeln großer Dankbarkeit.

Dann gingen Lukas und Philip gemeinsam ein paar Schritte. Philip lebte nur ein paar Straßen von Lukas entfernt, doch da hatten sie sich zuvor noch nicht gesehen. Für "Streber" wie Philip hatte sich Lukas nie interessiert, doch nun redeten die beiden den ganzen Nachhauseweg. Philip stellte sich als ziemlich cooler Typ raus, gar nicht so wie gedacht. Lukas lud ihn ein, mit ein paar Jungs am Wochenende ein bisschen zu zocken. Philip sagte zu und so verbrachten sie alle ziemlich viel Zeit am Wochenende miteinander. Lukas und die Jungs mochten Philip. Als Lukas Philip am folgenden Montagmorgen wieder mit dem riesigen Stapel Bücher den Weg entlang gehen sah, lief er zu ihm hin. "Alter, wenn du das jetzt jeden Tag machen willst, dann musst du dir auf jeden Fall ordentliche Muskeln antrainieren. Um die Bücher zu tragen und vor allem, um dich gegen die kleinen Vollidioten durchzusetzen." Philip lachte und gab Lukas die Hälfte der Bücher zum Tragen.

In den kommenden Monaten wurden die beiden beste Freunde. Am Ende des Schuljahres, war Philip Klassenbester und Lukas freute sich für ihn. Und noch mehr. Philip, der Neue, war alles andere als ein Außenseiter in seiner Klasse. Er war sogar ein sehr beliebter Schüler. Lukas klopfte ihm auf die Schultern. Philip lächelte. Es war wieder dieses kleine Lächeln großer Dankbarkeit. Dann erzählte Philip seinem Freund Lukas, was ihm ihre Freundschaft bedeutete: "Weißt du, ohne dich wäre ich heute nicht mehr hier." Er erzählte von dem Freitagnachmittag als sie sich zum ersten Mal auf dem Nachhauseweg begegneten. Und dass er nach seinem Wechsel auf die neue Schule unter Mobbing gelitten hatte. Er hatte geplant, nach diesem Freitag keinen Schritt mehr in diese Schule zu tun. So hatte er seinen Schulspind komplett leer geräumt. "Zum Glück kam es anders und ich habe dich kennengelernt..."

Manchmal ist der erste Schritt zur wirklichen Veränderung nicht mehr als eine kleine Geste der Empathie. Sich gemeinsam über die Kraft der Empathie auseinanderzusetzen, ist für uns echte Qualitätszeit.

Im Namen des gesamten Teams der Ruhl Consulting AG wünschen wir Ihnen viel Spaß und spannende Erkenntnisse beim weiteren Lesen des Newsletters.

Mit herzlichen Grüßen

Stefan Ruhl und Dr. Elke Eberts 

(Vorstand der Ruhl Consulting AG)

(*nach der deutschen Übersetzung von Markus Brandl)